Artikel in der Vaihinger Kreiszeitung vom 2.6.2008

„Uns hätte der Pokal natürlich auch gut gestanden“

Enzweihingen verlor im kleinen Finale gegen den TVK Wattenscheid.

 

Vaihingen/Enzweihingen – Eine riesige Herausforderung war die Organisation der deutschen Indiaca-Seniorenmeisterschaft für den TSV Enzweihingen. In drei Hallen einen Spielbetrieb durchzuführen, einen Meisterschaftsabend in einer vierten Halle zu planen und selbst noch mit fünf Mannschaften an den Start zu gehen, brachte dem Verein viel Respekt und Lob ein. Zu einem Sieg hat es für den Gastgeber aber nicht gereicht.

   

„Wir können vor der Leistung der Enzweihinger um Inge Zimmermann nur den Hut ziehen“, meinte Christiane Stieglitz vom Technischen Komitee Indiaca. „Wenn der Gastgeber noch fünf Teams in die Spiele schicken kann, dann zeigt das, dass er ein gutes Fundament hat.“ Die „funtastische“ Sportart hat beim Turnier in den Hallen von Vaihingen und Enzweihingen sicher neue Freunde gewonnen.

76 Mannschaften traten am Samstag und am Sonntag an, kämpften in schwüler Sporthallenluft um die Titel. Hausdülmen vom Westfälischen Turnerbund setzte sich bei den Damen 35 in der Sporthalle beim Stromberg-Gymnasium durch. Doch bei der Siegerehrung, durchgeführt von Oberbürgermeister Gerd Maisch, Enzweihingens Ortsvorsteher Eduard Aldinger und Volker Blessing, zweite Vorsitzender des TSV Enzweihingen, wurde der Zweite, der TV Villmer, heftig umjubelt: „Fröhliche Hessen überall...“, schallte es aus kräftigen Männerkehlen durch die Sporthalle am Alten Postweg. Gerstetten gewann bei den Männern 35. Die Gastgeber kamen nur auf Rang acht und trugen es mit Fassung. „Wir konnten ferienbedingt drei Wochen nicht trainieren“, lautete eine Entschuldigung.

Die Siegermannschaft bei den Frauen 45 kam aus dem westfälischen Hausdülmen, doch der TSV Enzweihingen schaffte mit dem dritten Platz den Sprung aufs Treppchen. Rußheim (Baden) siegte bei den Männern 45, Unterpfaffenhofen-Germering (Bayern) gewann die Männer-55-Konkurrenz. Was auffiel, war das lockere und faire Miteinander. Das Abklatschen nach den Spielen und bei der Siegerehrung war eine Selbstverständlichkeit. Die Zuschauer hatten den Eindruck, dass hier lauter gute Freunde spielen.

Am Sonntag haben die Enzweihinger nochmal richtig Gas gegeben: Mit zwei Mannschaften ging der TSV im Mixed-Wettbewerb an den Start. Das Mixed-45-Team spielte in der Gruppenphase gegen den TVK Wattenscheid 1:1 und nahm in Gruppe drei den ersten Platz ein. Das Team hatte gute Chancen auch am Ende einen Platz auf dem Treppchen ergattern zu können – bis die MTG Wangen den Enzweihingern einen Strich durch die Rechnung machte. Im Halbfinale gegen Wangen führte der TSV 1:0, verlor dann aber die folgenden beiden Sätze. Damit war der Traum vom großen Finale vorbei.

Und auch im Spiel um Platz drei wollte es bei den Enzweihingern Maria Bontrup, Inge und Jürgen Zimmermann, Ernst Joas und Gerd Schweizerhof nicht mehr so richtig klappen. Nachdem der TVK Wattenscheid in der Gruppenrunde noch besiegt wurde, gewannen die Spieler aus Nordrhein-Westfalen das kleine Finale gegen Enzweihingen mit 0:2. „Unsere Kondition hat einfach nicht mehr gereicht“, sagte Inge Zimmermann nach dem Spiel. Das Team nahm die Niederlage aber gelassen hin. „Wir gönnen den Wattenscheidern den Sieg, obwohl uns der Pokal natürlich auch gut gestanden hätte.“ Meister wurde die MTG Wangen, die im Finale mit 2:0 gegen den CVJM Rußheim siegte.

Die Mixed-35-Mannschaft des TSV hatte ein bisschen weniger Glück. Nach der Gruppenrunde, in der Birgit Schweizerhof, Karin Klich, Uli Reichert, Martin Krauß und Christoph Leikam noch auf Platz drei landeten, war der Wettbewerb für das Team schnell vorbei. Nach einem 1:0-Sieg gegen den TV Kostheim und eine 0:1-Niederlage gegen den SV Grün Weiß Großbeeren gehörte der Mannschaft der achte Platz. „Die anderen waren einfach jünger“, scherzte Birgit Schweizerhof. Ins Finale haben es im Mixed-35-Wettbewerb der FS Amperland und der VfL Gerstetten geschafft. Den Meistertitel holte sich das Team aus Gerstetten.

In der Klasse Mixed 55 stellte der Gastgeber keine Mannschaft. Dafür punkteten hier die Spieler des TSV Bietigheim: Sie siegten gegen die TSG Seckenheim und wurden Deutscher Meister in dieser Klasse.

  

(Bild und Text: Albert Arning und Philipp-Marc Schmid von der VKZ)